#1

Akimo - ein Herzenshund

in Pflegestellen-Berichte 28.08.2014 15:56
von DjumaMaki • 2 Beiträge

Akimo
ist am 24.08.2014 bei uns eingezogen.
Zum Haushalt gehören neben den Menschen Guido und Dorothée unsere Livernose-Hündin Djuma, 3 ½ Jahre, die ehemalige Not-Lakritz-Nase Maki, 7 Jahre, sowie Kater Mikesch und Katze Maja.

Akimo ist 65cm hoch und wiegt ca. 48kg+. Ihm fehlte Bewegung, daher das etwas zu hohe Gewicht und die Muskulatur kann auch noch weiter aufgebaut werden. Er wirkte zu Beginn seiner Zeit etwas phlegmatisch, das ist unter dem Einfluss unserer Hündinnen und viel Bewegung weitgehend verschwunden. Im Haus hat er es gerne gemütlich, draußen spielt und tobt er mit Djuma, Maki und dem Nachbarshund herum. Er braucht zwar Pausen, ist aber immer motiviert, eine neue Runde zu beginnen. Er kann durchaus auf Ridgebackart spielen, ist mit dem viel kleineren Nachbarn aber sehr vorsichtig. Im Spiel wird er nie aggressiv und versteht auch, wenn die anderen Hunde der Ansicht sind, er sei zu rau. Er freut sich, wenn er Halsband und Leine in meiner Hand sieht. Wir waren im Schnürlregen unterwegs, er rennt durch hohes, nasses Gras und bis zum Bauch war er schon in unserem Lago Laprello und ist am Ufer entlang gelaufen. Er hat dabei kein Interesse an den zahlreichen Vögeln gezeigt, vorbeihoppelnde Hasen, Radfahrer und Jogger waren ebenfalls uninteressant.

Unsere Katzen hatten vom ersten Tag an keine Angst vor ihm. Manchmal ist er so erfreut, sie zu sehen, dass er auf sie zu rennt, was keine Begeisterung hervorruft. Meist geht er es aber ruhig an, beschnuppert die Katzen und lässt sie in Ruhe. Die danken es ihm mit „Köpfchen geben“.
Er kennt die herkömmlichen Kommandos, sie sind aber etwas verschüttet, weil ihm wohl die Übung fehlt. Den vorhandenen Grundstock kann man mit regelmäßigem Training, das gut auf Spaziergängen stattfinden kann, wieder aktualisieren. Die Hunde bieten ja im täglichen Leben viel an, was man für das Training nutzen kann, ohne eine Schulstunde daraus zu machen.

Die Leinenführung ist recht gut, man kann auch das weiter ausbauen. Gelegentlich neigt er dazu, andere Hunde anzubellen. Aggressives nach-vorne-gehen habe ich dabei bisher nicht beobachten können. Diese Baustelle ist mit entsprechendem Training in den Griff zu bekommen.
Akimo bewacht sein Grundstück. Wenn der ihm unbekannte Nachbar an unserem Zaun steht, bellt er, ( Akimo, der Nachbar eher selten ) hört auf Ansprache aber damit auf. Wie er mit plötzlich auf dem Grundstück fremden Personen umgeht, weiß ich nicht, weil unser Grundstück von außen nicht zugänglich ist, es sei denn in böser Absicht. Besucher an der Türe beobachtet er, bellt aber nicht und zeigt keine Aggression.

Der Schutztrieb wird ja gelegentlich thematisiert. Wachsam ist Akimo: läuft jemand mit heftigen Bewegungen auf mich zu, versucht er, sich vor mich zu stellen und bläst die Backen auf. Er lässt sich aber sofort auf eine Unterbrechung ein. Dieses Verhalten ist keine Regelmäßigkeit und bisher äußerst selten im Freilauf aufgetreten. Bei normalen Begegnungen ist er unauffällig. In der Dämmerung ist er bei Begegnungen aufmerksam, hat aber bisher weder gebellt noch geknurrt. Insoweit ist das ein Verhalten, dass viele Hunde an den Tag legen. Da er sich jederzeit von mir ansprechen lässt, stellt es für mich kein Problem dar.

Die lt. Beschreibung größte Baustelle ist, dass er nicht gut alleine bleiben kann. In seinem alten „alten“ Zuhause, konnte er mindestens 6 Stunden alleine sein. Nach einem Umzug war es damit vorbei. Er fühlte sich wohl einsam und weinte sofort so laut, dass sich Nachbarn gestört fühlten. Ich habe mich 20 Minuten mit einer Tasse Kaffee in unsere am Haus angebaute Garage gesetzt. Hören konnte ich nichts, als ich zurückkam, lag er entspannt auf seiner Decke. Ob es Zufall war oder an der tierischen Gesellschaft lag… Wenn dieses Problem weiter vorliegt, sollte es mit entsprechenden Übungen und Geduld zu meistern sein.

Die angegebene Angst vor Schäferhunden und die Rüdenverträglichkeit konnte bisher noch nicht getestet werden. Die bisherigen Autofahrten verliefen ohne Probleme. Akimo kann Türen in beide Richtungen öffnen.

Wir haben bisher noch keine Übungen etc. mit ihm durchgeführt sondern er wohnt wie unsere anderen Tiere „im Rahmen der in unserem Haus geltenden Ordnung“ mit uns. Er soll hier das bekommen, was situationsbezogen am meisten fehlte: Ansprache, Zuwendung, Bewegung.

Dieser große, manchmal tapsige Hund ist sehr menschenbezogen. Ich bin den ganzen Tag mit ihm zusammen und er hat sich sehr schnell geöffnet. Mittlerweile kommt er zu mir auf das Sofa (ja, unsere Hunde dürfen alle aufs Sofa) kuschelt sich an mich und schläft dann ein. Vorher werde ich umarmt und er drückt seinen Kopf an meinen Hals. Öhrchen knuffeln liebt er auch. Akimo ist sehr sanft und liebebedürftig. Er freut sich jedesmal, wenn ich mich zu ihm herunter beuge, seine Ohren kraule und den Kopf an mich drücke. Er ist aber kein ausgesprochener Ein-Personen-Hund, sondern an allen Familienmitgliedern interessiert.

Dieser tolle Hund ist kein Mitläufer, sondern ein Bestandteil der Familie.
Wichtig ist, dass sich jemand um ihn kümmert und er seine Kuscheleinheiten und Bewegung bekommt.



zuletzt bearbeitet 28.08.2014 16:01 | nach oben springen

#2

RE: Akimo - ein Herzenshund

in Pflegestellen-Berichte 09.09.2014 23:24
von Anita Jambo Hilfe • 125 Beiträge

Lieber Guido,
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Pflegestellenbericht! Ich denke, dass nun jeder Interessent nun weiß ob der Akimo zu ihnen passen könnte.


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#3

RE: Akimo - ein Herzenshund

in Pflegestellen-Berichte 07.10.2014 08:48
von DjumaMaki • 2 Beiträge

Update zu Akimo
Anlässlich eines Besuches bei einer Familie mit Kleinkind konnten wir feststellen, dass Akimo sich auch hier vorbildlich verhält. Wenn ihm die Liebesbezeugungen zuviel werden, steht er auf und geht weg. Kein Knurren, kein Schütteln, er wechselt einfach vorsichtig den Standort.

Wir haben ihn auch mehrfach mit unseren Hündinnen alleine gelassen. Die Nachbarn waren informiert, sie haben keine Heularien bemerkt, auch war unsere Wohnung nicht umdekoriert. Akimo kam uns völlig entspannt un fröhlich an der Türe entgegen.

Die Leinenpöbelei hat bereits nachgelassen. Wir haben ein paar Strategien entwickelt, die gut greifen. Wir werden seine neue Familie entsprechend "einweisen". Allerdings muss hier auch gesagt werden, dass er nicht aggressiv an der Leine wird. Es handelt sich um die Pöbeleien, die manche Rüden (und auch Hündinnen) gelegentlich entwickeln und kultivieren, wenn nicht gegengesteuert wird. Mit etwas Arbeit wird Akimo diese Angewohnheit wieder aufgeben. Er ist ja schon auf einem guten Weg.

Ich hatte in meinem ersten Bericht geschrieben, dass Akimo Bewegung braucht. Er ist aber kein Kandidat für Agility oder zig-Kilometertouren mit dem Rad. Zwei ausgedehnte Spaziergänge am Tag, eine schöne Toberunde mit anderen Hunden, sind für ihn ausreichend.

Akimo wäre auch als zweiter Hund im Haus eine ideale Ergänzung, da er wegen seines ausgeglichenen, freundlichen Wesens bisher keine Auffälligkeiten mit Hunden in anderen Häusern gezeigt hat. Sämtliche Begegnungen verliefen unproblematisch.

Das wichtigste für ihn ist Zuwendung. Akimo sollte nicht den ganzen Tag auf seine Menschen warten müssen. Ideal wäre es, wenn jemand den ganzen Tag zuhause ist oder von zuhause aus arbeiten kann.


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#4

RE: Akimo - ein Herzenshund

in Pflegestellen-Berichte 14.10.2014 23:39
von Anita Jambo Hilfe • 125 Beiträge

Akimo hat sein Zuhause gefunden! Danke Guido und Doro für Eure tolle Arbeit. Ihr habt dem Bub in ein neues Leben geholfen!

Angefügte Bilder:
Akimo10.jpg

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